Scheidungskosten

Die Scheidungskosten richten sich nach dem sogenannten Gegenstandswert. Der Gegenstandswert wird errechnet aus dem dreifachen Monatsnettoeinkommen von beiden Eheleuten zusammen. Der Mindestgegenstandswert beträgt 3.000,00 €.

Sollten Sie also z. B. 1.800,00 € monatlich netto verdienen, Ihre Ehepartnerin (halbtags) 800,00 €, dann ist der Gegenstandswert [(1.800,00 € + 800,00 €) x 3] = 7.800,00 €.

Hinzuzuziehen ist der Wert für das regelmäßig durchzuführende Versorgungsausgleichsverfahren. Diesbezüglich richtet sich der Gegenstandswert nach der Anzahl der auszugleichenden Anwartschaften. Wenn z. B. beide Ehepartner lediglich Anwartschaften in der gesetzlichen Rentenversorgung erworben haben, erhöht sich der Gegenstandswert je Anwartschaft um 10 %, in diesem Fall also um 20 %. Im obigen Beispielsfall wäre das also (2 x 780,00 €) 1.560,00 €. Insgesamt ergibt sich damit ein Gegenstandswert von 9.360,00 €. Aus der Gerichtskosten- und der Rechtsanwaltsgebührentabelle lassen sich dann die entsprechenden Werte ablesen.

TIPP: Wenn Sie es noch genauer wissen wollen, schauen Sie doch mal auf der Seite des Deutschen Anwaltsvereins nach, dort befindet sich ein Scheidungskostenrechner:
www.familienanwaelte-dav.de/scheidungskostenrechner.html

Es ist übrigens ein Irrtum, wenn Sie glauben, die Person, die den Antrag stellt, hätte die Verfahrenskosten komplett zu zahlen. Es ist so, dass jeder seine Anwaltskosten bezahlt und die Gerichtskosten hälftig aufgeteilt werden.

Anwaltsgebühren

Bei obigem Gegenstandswert werden für die antragstellende Anwältin 2,5 Gebühren anfallen, also (558,00 € x 2,5) 1.395,00 € zuzüglich einer Pauschale für Post- und Telekommunikationsleistungen (maximal 20,00 €) und der Mehrwertsteuer.

Das Gericht will vorschüssig 2 Gebühren haben, in diesem Fall wären das insgesamt 482,00 €. Zwar muss die antragstellende Partei bei der Einreichung des Scheidungsantrages die kompletten beiden Gebühren zahlen, nach Abschluss des Verfahrens werden aber die Gerichtskosten hälftig geteilt und das Gericht zieht die andere Hälfte von der Gegenpartei ein und überweist sie an die antragstellende Partei (wenn man sich nicht untereinander einigen kann).

Im obigen Beispielfall würde also das Scheidungsverfahren kosten:

  • Gerichtskosten 482,00 €
  • Rechtsanwaltskosten 1.395,00 €
  • Post- und Telekommunikationsleistungen 20,00 €
  • Mehrwertsteuer 268,85 €

Summe 2.165,85 €

 

Wenn Sie meinen, diese Kosten seien für Sie nicht tragbar, lesen Sie bitte auf der Seite Verfahrenskostenhilfe (VKH) nach, ob Sie eventuell finanzielle staatliche Hilfe für das Scheidungsverfahren bewilligt bekommen können.